Gefährdungsgrad III

Tötungsdelikt in der Schule

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1 Sofortreaktion

Sofort Notruf 110 wählen. Nach dem Eintreffen übernimmt die Polizei die Leitung; weitere Maßnahmen erfolgen ausschließlich in Abstimmung mit ihr.
  • Was geschieht oder geschah?
  • Wie viele Täter:innen handeln und wie - Schusswaffe, Stichwaffe oder Geiselnahme?
  • Wie viele Verletzte oder Tote gibt es?
  • Wo befinden sich Schüler:innen und Lehrkräfte?

Rückfragen der Polizei abwarten und nicht selbst auflegen.

2 Eingreifen und beenden

  • Personenschutz geht vor Sachschutz.
  • Tatort weiträumig sperren, nichts verändern und auf die Polizei warten.
  • Nach Eintreffen übernimmt die Polizei die Leitung.

3 Opferhilfe und Maßnahmen

  • Unbeteiligte Schüler:innen fernhalten und schützen; gegebenenfalls Klassenräume bis zur Entwarnung schließen.
  • Ruhe bewahren und deeskalierend wirken.
  • Erste Hilfe leisten.
  • Eine Person für Beruhigung, Begleitung und Betreuung bestimmen.
  • Notfallseelsorge und Krisenintervention bei Bedarf über Einsatzleitung, Feuerwehr oder Rettungsdienst alarmieren.

4 Einbinden und informieren

  • Schulpsychologischer Dienst.
  • Schulaufsicht; bei Nichterreichbarkeit Notfallnummer wählen.
  • Schulträger und Unfallkasse Saarland.
  • Kollegium, Schulpersonal beziehungsweise Betreuung und Schüler:innen.
  • Erziehungsberechtigte betroffener Schüler:innen und Elternvertretung.
  • Informationsstrategie entwickeln. Keine Informationen an Dritte oder die Presse; dies übernehmen die Strafverfolgungsbehörden.
Wichtig: Todesnachrichten überbringt die Polizei, möglichst mit Notfallseelsorge. Begleitung durch eine Vertretung der Schule anbieten, Angehörigen einen ruhigen Gesprächsraum geben und eine gemeinsame Sprachregelung vereinbaren.

5 Nachsorge und Aufarbeitung

  • Notfallpsychologische Angebote und Nachsorge mit Schulpsychologie und Unfallkasse organisieren.
  • Räume für Einzel- und Gruppengespräche festlegen und Gesprächsgruppen anbieten.
  • Je zwei Lehrkräfte für Gruppengespräche einsetzen und Hilfsangebote für Lehrkräfte schaffen.
  • Krise im Unterricht aufgreifen, Gesamtelternabend und Fallkonferenz organisieren.
  • Betroffene auf weitere Unterstützungsangebote hinweisen.

Trauerarbeit

  • Trauer oder Notfall altersgerecht im Unterricht aufgreifen - im Gespräch oder durch Zeichnen, Schreiben, Musik und darstellende Methoden.
  • Symbolhandlungen wie Gedenkminute oder Kondolenzbuch organisieren.
  • Für ein bis zwei Wochen einen Erinnerungsort schaffen und den Platz der verstorbenen Person zunächst freilassen.
  • Teilnahme oder Mitwirkung an Trauerveranstaltungen mit den Hinterbliebenen abstimmen.

6 Ergänzende Hinweise

Für die Polizei können Informationen über Täter:innen relevant sein:

  • Frühere Schulzugehörigkeit und mögliche Motive.
  • Zugangsmöglichkeiten zu Waffen.
  • Alkohol- oder Drogenprobleme.

Diese HTML-Seite ist eine redaktionell bereinigte Textfassung des gleichnamigen PDF-Dokuments des Ministeriums für Bildung und Kultur des Saarlandes.